Pressestimmen

Der Eulenspiegel hat Ironisches zum Thema Prokon-Insolvenz zu bieten:

Ist das nicht erstaunlich, wie unsere geliebte Energiewende immer wieder neue Wendungen nimmt?

Natürlich, wenn es vom Staat was geschenkt gibt, will jeder sein Stückerl vom Kuchen abhaben, und so stürzten sich die Leute massenhaft in den warmen Geldregen für die coolen Alternativenergien. Aber dann erweist sich das ganze für viele gar nicht als warmer Regen, sondern als Kopfsprung ins kalte Wasser - das noch dazu so flach ist, dass man gleich mit der Birne aufschlägt.

Außer vielen Sonnenanbetern trifft es derzeit auch allerlei Windanbeter.
Dabei verkörpert dieser Pleiteladen „Prokon” doch bestens unser Land und unsere Zeit: Ökodenken und Geldgier treulich vereint. Was für eine perfekte Kombination: Jeder Otto und jedes Lieschen hilft bei der Energiewende und wird noch reich dabei! Haste gedacht ...

Jetzt sagen die einen, der Fehler lag in der Geldgier, und die andern, er lag im Ökodenken. Dass er in beidem liegen könnte, kommt den wenigsten in den Sinn. Und die Prokon-Bosse selbst sagen, wir haben überhaupt nichts falsch gemacht, wartet nur noch ein bisschen ab und vertraut uns ...

Eulenspiegel hat eine Reihe unabhängiger Experten nach ihrer Einschätzung der Affäre befragt. Hier sind ihre Antworten:

- „Erst dachte jeder, wie schön, da weht mal ein frischer Wind, doch dann herrschte in dem Laden totale Windstille, noch die Leute bevor davon Wind bekamen. Und jetzt sind natürlich alle völlig durch den Wind."

- "Das kommt davon, wenn zu viele ihr Mäntelchen nach dem Wind hängen. Jetzt können sie ihr Geld in den Wind schreiben."

- „Es war einfach zu hart am Wind gesegelt, irgendwann lässt sich das beim besten Wind - äh, beim besten Willen nicht mehr überwinden."

- „Ich habe gleich gesagt: Das. stinkt doch drei Meilen gegen den Wind. Aber die haben alle meine Bedenken in den Wind geschlagen. Das war für mich ein Kampf gegen Windmühlen!"

- „Schweinerei! Meine Oma hat dort auch was angelegt. Windhunde, Windeier, Windbeutel!"

- „Was haben die für einen Wind gemacht! Aber dann hat sich in Windeseile der Wind gedreht und nun kommen die da nicht mehr raus, wie sie sich auch drehen und winden."

- „Schade, die schöne Energiewende. Am Ende war's nur gegen den Wind gepi.... Das ging ja ganz schön in die Windel."

Was nun Geldgier und Ökodenken betrifft, trösten wir uns damit, dass es in der Natur der Menschheit liegt, vorübergehende Perioden derartiger geistiger Vernebelung irgendwann auch wieder zu überwinden. In dieser Zuversicht verabschieden wir uns mit dem bekannten irischen Segensgruß: „Möge euch der Wind immer von hinten kommen!"
Es grüßt Ihr Eulenspiegel